
Als Fußballfan, der in Sachsen Spiele besuchen muss, ist man einiges an schlechter Polizeiarbeit gewohnt. Das es heute wieder Mal zu einem unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt gegenüber Fans kam, ist damit nichts Ungewöhnliches. Klare Gefährdung von Menschenleben stellt dann jedoch nochmal eine andere Liga von Polizeigewalt dar. Als der Anhang des HFC Chemie am Samstag nach dem Auswärtssieg in Eilenburg mit dem Zug in Leipzig Tief ankam begann eine Farce sondergleichen.
Aufgrund einer Zigarette, die sich im Bahnhof Leipzig Tief angezündet wurde, prügelte sich die anwesende BFE-Einheit ohne zu zögern durch die relativ geschlossen wartende Menschenmasse direkt am Bahnsteig, mit Schlägen, Tritten -ohne jegliche Vorwarnung. Der einfahrende Zug und die fehlende Rückzugsmöglichkeit der HFC-Fans stellte dabei weniger eine Hemmung als gefühlte Motivation dar. Eine klare Anweisung außer reinschlagen, wenn sich etwas bewegt, schien es nicht zu geben, auch war kein Deeskalationskonzept zu erkennen. Das keine Person schwer verletzt wurde oder Schlimmeres erleiden musste gleicht einem Wunder. Im Nachgang wurden Mitfilmende festgenommen, wahrscheinlich um die Hoheit über die Aufnahmen der Eskalation behalten zu können. Glücklicherweise konnten einige Personen der anwesenden Fanszene die Szenen von Anfang bis Ende festhalten.
Die aktuelle Entwicklung, indem die Polizei einen Freibrief zu haben scheint, um „Zahlen“ zu generieren, macht uns Sorgen. Ein bis dato friedlicher und vollkommen ausgelassener, letzter Spieltag wurde wieder einmal durch die BFE-Einheit der Bundespolizei zerstört! Wir stehen allen Fans, die von der Prügelorgie betroffen waren, zur Seite und raten dazu, Gegenanzeigen zu erstatten.
Wir prüfen aktuell alle rechtlichen Schritte! Ein großer Dank geht auch an unsere Freunde aus Leipzig und deren Fanprojekt, welche betroffenen Personen kurzfristig und schnell helfen konnten.
Saalefront Ultras im Namen der Ultraszene